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16.06.2011

BEWEGTE ZEITEN

5000 Aktive aus 60 Nationen, 2000 Boote, zehn Regattabahnen, rund 400 Starts und über drei Millionen Besucher – die Eckdaten der Kieler Woche bleiben beeindruckend. Über 40 Bootklassen setzen im Rahmen der 129. Auflage Segel, den Anfang machen die olympischen Klassen, die vom kommenden Samstag bis einschließlich 22. Juni ein letztes Mal um Weltcuppunkte segeln. Nico Delle Karth und Niko Resch rangieren vor dem Weltcupfinale auf Platz drei, von einer erfolgreichen Titelverteidigung trennen die 49er-Asse derzeit vier Zähler.

Titelverteidigung im Visier

Nach den Überseerennen vor Melbourne und Miami sowie den Europastopps in Palma, Hyeres, Medemblik und Weymouth biegt der ISAF World Cup vor Kiel auf die Zielgerade. Die besten fünf Ergebnisse zählen, ein Überseerennen fällt ebenso aus der Wertung wie ein Europarennen. Die heimischen 49er Asse, haben nach dem Auftaktsieg in Australien und Platz drei vor Palma nach wie vor gute Karten ihren Gesamtsieg aus dem Vorjahr zu verteidigen. Paul Brotherton und Mark Asquith (GBR) führen das Ranking mit 59 Zählern an, hinter den australischen Doppel-Weltmeistern Nathan Outteridge und Ian Jensen (56 Pkt.) folgen Delle Karth und sein Kärntner Vorschoter auf Rang drei. Rechnerisch kommen sieben Teams für den Gesamtsieg in Frage, aufgrund der nationalen Ausscheidungen und unterschiedlichen Saisonplanungen bleibt aber vorerst abzuwarten, wer das Weltcupfinale überhaupt in Angriff nimmt.

Dichtes Programm
Eine Woche nach dem England-Weltcup vor Weymouth und 14 Tage vor der Europameisterschaft in Helsinki steht das richtige Timing und der weitere Formaufbau im Mittelpunkt der OeSV-Interessen. Im Vorjahr hatten die heimischen Asse ein bärenstarkes Frühjahr, heuer gilt es in den Sommermonaten in Topform zu sein. Der Weltcup und die Europameisterschaft sind zweifelsohne wichtige Themen, mit den Preolympics folgt der eigentliche Höhepunkt aber erst im August. Anschließend muss eine neue Zeitrechnung aufgestellt werden, da die Olympiaqualifikation Anfang Dezember im australischen Sommer ausgetragen wird.

Vor Kiel gilt es demnach finale Materialfragen zu beantworten und den Formaufbau weiter voranzutreiben, laut OeSV-Sportkoordinator Georg Fundak weiß jeder um seine Hausaufgaben Bescheid. Das Aufgebot des Segel-Verbandes umfasst 13 Aktive, mit Ausnahme der Starbootsegler Hans Spitzauer und Adi Lüzlbauer ist der komplette Nationalkader sowie eine Auswahl an heimischen Nachwuchstalenten vor Ort.

Lara Vadlau kehrt vorübergehend in ihr 420er Cockpit zurück, um sich gemeinsam mit Tanja Frank auf die ISAF Youth Worlds (9.-16. Juli/Zadar) vorzubereiten. Das Duo wird von OeSV-Jugendtrainer Christoph Sieber betreut und ist im Rahmen der Kieler Woche vom 23.-26. Juni im Einsatz.

Stimmen:


Georg Fundak (OeSV-Sportkoordinator):
„Im Vorjahr waren unsere Segler zu diesem Zeitpunkt in Topform, anschließend ist uns ein wenig die Luft ausgegangen. Heuer soll es umgekehrt sein. Kiel dient als finale Formüberprüfung, jeder weiß was er zu tun hat. Es gilt die letzten Details in Sachen Material und Handling zu perfektionieren, gleichzeitig wollen wir natürlich eine gute Leistung zeigen.“  

Nico Delle Karth (49er):
„Die Verteidigung des Gesamt-Weltcups ist selbstverständlich ein Ziel, wobei wir gleichzeitig die Weichenstellung in Hinblick der Europameisterschaft und vor allem der Olympiageneralprobe nicht aus den Augen verlieren wollen. Es bleibt abzuwarten wer von unseren Gegnern überhaupt in den Ring steigt, das dichte Regattaprogramm ist für alle eine gewisse Herausforderung. Unabhängig dessen schauen wir ohnehin nur auf uns und werden nicht zu rechnen beginnen. Wenn wir Konstanz in unsere Leistung bringen, ergibt sich der Rest ohnehin von selber.“

Andreas Geritzer (Laser):
„Ich komme immer besser ins Fahren und bin mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden. Die Weltcups in Frankreich und England waren von der Leistung her sehr positiv, jetzt gilt es die Fehlerquelle weiter zu dezimieren und für die kommenden Aufgaben die letzten PS heraus zu kitzeln.“

Matthias Schmid (470er):
„Wir sind in England phasenweise sehr gut gesegelt und haben dann wieder unglaubliche Böcke geschossen. Das Timing zwischen Defensive und Angriff ist noch nicht optimal, so gesehen kommt uns Kiel, das ebenfalls kein einfaches Revier ist, gerade recht.“

Thomas Zajac (49er):
„Wir sind in Weymouth ein wenig unter unserem Wert geschlagen worden und streben jetzt eine Wiedergutmachung an. Darüber hinaus testen wir einen neuen Mast und hoffen auf positive Eindrücke.“


OeSV-Aufgebot Deutschland-Weltcup:

Laser   
Andreas Geritzer
Matthias Sailer
Lukas Hobiger
Reinhard Knaus

49er 
Nico Delle Karth/Niko Resch
Thomas Zajac/Thomas Czajka

470er   
Matthias Schmid/Florian Reichstädter
David Bargehr/Lukas Mähr

Finn
Florian Raudaschl