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14.03.2017

Die österreichische Titanic - Braunauer Segler auf den Spuren der österreichischen Seefahrt

Unter diesem Titel machte sich der ORF gemeinsam mit dem Yachtclub Braunau-Simbach auf die Spuren der Geschichte der österreichischen Seefahrt und widmete diesem Thema in "Erlebnis Österreich" eine ganze Sendung. Die Spuren führen nicht nur bis ins Polarmeer, nach Indien, China oder Japan – sie führen auch nach Braunau am Inn. 

Die ganze Sendung in der ORF TV-Thek

Braunau ist damit der „Ausgangshafen“ für eine Spurensuche segelbegeisterter Innviertler und Bayern, die in den letzten Jahren „Kurs genommen“ haben auf die Geschichte und auf die Geschichten rund um die k.u.k. Seefahrer – ihre Leistungen, ihre Traditionen und ihre größten Niederlagen – dazu gehört auch der Untergang der „Linz“, der „österreichischen Titanic“ – vor genau 99 Jahren. 

Projekt „Mare Vostrum“

„Mare Vostrum“, das ist der Titel des seit 2014 laufenden Projekts des Yachtklubs Braunau-Simbach (YCBS). „Mare Vostrum“ – also „Euer Meer“ – ganz bewusst im Gegensatz zum „Mare Nostrum“ – „Unser Meer“, wie das Mittelmeer früher bezeichnet worden ist.

ORF-Redakteur Klaus Obereder hat es begleitet.

Ideengeber und Mastermind des Projekts ist Christian Haidinger, umtriebiger Immobilienmakler im Innviertel und Urgestein des YCBS, dessen Commodore er auch lange Zeit gewesen ist. 

Gemeinsam mit dem heutigen Commodore und mit vielen geschichtsinteressierten Mitgliedern des Zweiländer-Segelklubs ist er in den letzten drei Jahren immer wieder in See gestochen. Der „Ausgangshafen“ war Braunau. War doch die Innviertler Bezirksstadt ab dem Jahr 1915 Heimat für die so genannte k.u.k. Marineakademie und damit die Ausbildungsstätte für den seefahrerischen Nachwuchs der k.u.k. Monarchie. 

Auf Initiative des YCBS wurde in einer Ausstellung in Braunau unter anderem die Geschichte der Marine- akademie mit all ihren kuriosen und oft auch komischen Begleiterscheinungen aufgearbeitet.

Wussten Sie zum Beispiel, dass die Blue Jeans Europapremiere in Braunau am Inn gefeiert hat? 

Zu versunkenen, österreichischen Schiffen

Aber nicht nur die Geschichte der Marineakademie mitten am Land wurde beleuchtet – unter anderem führten Gedenkfahrten zu Untergangsstellen österreichischer Schiffe im ersten Weltkrieg – darunter auch zu jener des Transporters „Linz“– der „öster-

reichischen“ Titanic“ mit fast 3.000 und damit doppelt so vielen Toten wie auf der „echten“ Titanic.

Die Braunauer und Simbacher Segler nahmen auch Kontakt auf zu jenem Taucher aus der Steiermark, der Anfang des neuen Jahrtausends das Wrack der „Linz“ vor der albanischen Küste entdeckt, die Schiffsglocke geborgen und damit den Unglücksort erstmals dokumentiert hat.

Bei einer weiteren Reise lieferte ein Team von oberösterreichischen Tauchern den Seglern aus dem Innviertel aktuelle Bilder vom Zustand des vor Pula in Kroatien versenkten Dampfers „Baron Gautsch“ und damit ein beein- druckendes Filmdokument über das stählerne Grab genau 100 Jahre nach dem Untergang des einst stolzen Schiffs. 

Im Mittelpunkt des Projekts „Mare Vostrum“ stehen die Leistungen der österreichischen Seefahrt und vor allem auch das Gedenken an einen sinnlosen Seekrieg vor 100 Jahren.