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18.08.2015

Twilight 2015

172 Segerlinnen und Segler kämpften sich in 24 Stunden rund um den Neusiedler See

Bereits im März 2015 war das aus Sicherheitsgründen  verfügte Teilnehmerlimit  von 60 Booten erreicht. Wegen einiger Schäden bei der Anfahrt und einiger Absagen am Regattatag nahmen letztlich 172 Segler auf 55 Booten an der vom Burgenländischem Yacht Club in Rust organisierten 24-Stunden-Regatta teil. Der Start erfolgte pünktlich am 1. August um 15 Uhr vor Rust. 24 Stunden segelte man nonstop um Wendemarken vor den großen Häfen des Neusiedler Sees.  

Bei dieser Regatta werden 12 zweistündige Etappen gewertet. Die in jeweils zwei Stunden gesegelten Distanzen werden mit GPS-Tracking ermittelt. Die schlechtesten zwei Etappen werden gestrichen. Auf Grund dieses Reglements ergeben sich bei der TWILIGHT ganz spezielle Herausforderungen für die Taktiker.

Christian Binder, One Sails Boss, mehrfacher Olympiateilnehmer und wahrscheinlich bester Matchrace Segler Österreichs war eigentlich nur bei der TWILIGHT dabei, weil es der Wunsch seiner Tochter Sarah war, diese Regatta zu erleben. Kurze knackige Wettfahrten sind die übliche Welt, in der sich Christian Binder bewegt. Und jetzt 24 Stunden auf einer betagten alten Familienneptun? Die Euphorie im Vorfeld war begrenzt. Aber einmal Spitzensegler immer Spitzensegler. Die Konzentration auch über einen langen Zeitraum zu behalten, die taktische Herausforderung des Reglements anzunehmen und der Vorteil mit der eher langsameren Neptun im Hauptfeld fahren zu können, waren das Erfolgsrezept, das diesmal zum Sieg führte. Am Sonntagmorgen am Weg von Rust nach Illmitz konnten wir einige Worte mit Christian wechseln. Plötzlich war der Funke übergesprungen, der TWILIGHT Virus hatte ihn erfasst: "Das war eine fantastische Nacht. Sehr gute Windverhältnisse. Wir sind nur kurz in der Flaute gestanden, aber das gehört dazu. Das hat echt Spaß gemacht."

Andreas Zethner mit dem nagelneuen 30er drehte an der Spitze einsam seine Runden und stellte einen neuen überlegenen TWILIGHT Streckenrekord auf. Nahezu 108 Seemeilen wurden in 24 Stunden zurückgelegt. Das entspricht ungefähr der Strecke Wien – Graz. Und das mit einem neuen Boot, das erst am Vortag der TWILIGHT fertig wurde. Ein besseres Debüt für ein neues Boot kann es wohl kaum geben. Andi und seine Crew wurden ein Opfer des TWILIGHT Reglements. Durch den großen Vorsprung auf Kreuzkursen unterwegs, während die anderen Vorwind Meilen machten, sorgte zu oft für Plätze im Mittelfeld. Dies verhinderte eine absolute Top-Platzierung. Aber bis zur nächsten TWILIGHT bleiben ja wieder 2 Jahre Zeit, um die Taktik auszufeilen oder ein anderes Boot zu wählen.

Klemens Steffan und Josef Binder waren zur TWILIGHT auf zwei Peiso 26 angetreten. Beide sind sehr gute Segler und waren mit starken Crews unterwegs. Da diesem Bootstyp der Ruf vorauseilt, schneller zu sein als seine Yardstickzahl aussagt, gehörten die beiden zum engsten Favoritenkreis. Klemens Steffan hat heuer bereits das Blaue Band in Neusiedl gewonnen. Auch diesmal wäre er bei konventioneller Wertung ganz oben am Siegertreppchen gestanden. Durch den Wertungsmodus musste er sich schließlich mit dem tollen zweiten Platz begnügen, konnte aber seinen Klassenkonkurrenten Josef Binder klar distanzieren.

Auch in der Cruising Klasse zeigte sich, dass trotz Yardstickproblematik und ungewöhnlichem Reglement immer wieder die besten der Szene vorne zu finden sind. Maximilian Kraus, Nicole Eder und Tobis Seethaler, üblicherweise in der One Design Szene mit einer Sprinto unterwegs, gewannen die Cruiser Wertung mit nur einem Punkt Vorsprung vor Josef Moser auf einer Sunbeam und Klaus Fröhlich auf seiner schnellen Delphia, der auch den Preis für die am weitesten gesegelte Strecke in der Cruising Klasse entgegennehmen durfte.

Auf www.czajka.at/twilight/ finden sich sämtliche Ergebnisse, die Replays der einzelnen Etappen, über tausend Fotos und vieles mehr.