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04.08.2017

Full Foiling Nacra17/49er/49erFX Europeans 2017 Tag 6

Bildstein/ Hussl (c) Pedro Martinez/ Sailing Energy
Bildstein/ Hussl (c) Pedro Martinez/ Sailing Energy

Leider nein“ hieß es heute am Finaltag der 49er Europameisterschaft in Kiel für die österreichischen Medaillenanwärter Benjamin Bildstein und David Hussl. Auf Grund von Starkwind konnten die Medal Races der 49er Klasse heut nicht mehr ausgesegelt werden. Bildstein/ Hussl beenden damit die EM auf dem 5. Platz. Das gleiche Schicksal ereilte auch die Bronze- und Silberfleet der 49erFX, wo die finalen Wettfahrten mit dem OeSV-Damenduo Tanja Frank/ Lorena Abicht nicht zur Austragung kamen.

Mehr Glück hatten Thomas Zajac und Barbara Matz. In der einzigen Wettfahrt des Tages konnten die beiden mit ihrem Foiling Nacra 17 mit einem zweiten Platz ein starkes Zeichen zum Abschluss setzen, im Finalergebnis der Premiere der Foiling Nacra 17 – Klasse bedeutet dies Platz 12.   

Des einen Freud, des anderen Leid

Der heutige Finaltag der 49er, 49er FX und Foiling Nacra 17 Europameisterschaften in Kiel war von Beginn an von Wind bis zu 30 Knoten dominiert. Den grenzwertigen Bedingungen fielen in der Folge zahlreiche Wettfahrten zum Opfer. Zeigten sich Tanja Frank und Lorena Abicht in der Silberfleet der 49er FX Klasse fast erleichtert, sich heute nicht einem Überlebenskampf am Wasser stellen zu müssen, war es für Bildstein/ Hussl ein harter Schlag. Das 49er-Duo hatte den gestrigen letzten Tag in der Goldfleet auf Platz 5 beendet und war mit lediglich 1 Punkt Abstand auf den Drittplatzierten einer Medaille zum Greifen nahe.

„Wir waren bereits am Wasser, natürlich vollmotiviert und bereit, alles zu geben, als die Absage kam. Ein wirklich schmerzhafter und enttäuschender Moment für uns. Wir haben jetzt das Gefühl, dass wir die Geschichte nicht abschließen können. Wir hatten von Beginn dieser Europameisterschaften an einen Schritt-für-Schritt-Plan, den wir konsequent durchgezogen haben – von der Qualifikation, über die Wettfahrten in der Goldfleet und jetzt eben die Medal Races. Es ist sehr schade, dass wir jetzt um diese Chance gebracht wurden“, so ein sichtlich unzufriedener Benjamin Bildstein.

Das 49er-Team beendet die Europameisterschaft 2017 damit auf dem 5. Rang.

Im Gesamtresümee fällt das Urteil dennoch positiv aus: „Wir haben Kiel bewusst für unser Comeback ausgesucht, wissend, dass uns der extrem drehende und böige Wind hier liegt. Das hat sich in den letzten Tagen auch oftmals als unser Joker in den Wettfahrten erwiesen. Es war für uns eine gewaltige Regatta, wir haben seglerisch extrem viel dazu gelernt, vieles richtiggemacht und das Feedback von allen Seiten ist sehr positiv. In diesem Sinn ist es für uns eine gelungene Rückkehr ins Spiel.“

Das unterschreibt auch OeSV-Sportdirektor Georg Fundak: „Bildstein/ Hussl haben hier in Kiel gezeigt, was sie können. Sie haben nach dieser langen Pause sehr gut zurückgefunden und das ist sehr, sehr positiv. Es freut mich, dass wir mit dieser neuen Generation im Nationalteam bewiesen haben, dass die Erfolge vom letzten Jahr keine Zufälle waren. Die beiden sind mental und körperlich sehr stark und ich bin überzeugt, dass sie noch besser werden.“

Kritische Worte findet Fundak hingegen für das neue Medal Race Format, das bei der EM zum Einsatz kam: „Das neue Format, bei dem pro Klasse drei statt bis her einem Medal Race gesegelt werden, wurde gegen den Willen der Segler durchgesetzt. Bei den heutigen Windbedingungen war klar, dass nicht alle 9 Medal Races aller Klassen ausgetragen werden können. Es wurde den Teams die Chance auf tolle sportliche Wettfahrten genommen. Das schadet dem Sport. Das Ein-Medal-Race-Konzept ist deutlich sicherer.“

Auch für das OeSV – Damenduo hätte sich der Sportdirektor eine Austragung der heutigen Wettfahrten gewünscht: „Die Top-Teams der 49er FX Klasse haben heute gezeigt, dass es möglich ist, die Boote auch noch bei 30 Knoten zu segeln. Da wollen auch wir hin. Aber das kann man nicht in der Theorie lernen, sondern nur am Wasser in der Praxis.“

Gemeinsam mit den anderen OeSV-Teams, Tanja Frank/ Lorena Abicht und Thomas Zajac/ Barbara Matz geht es für Bildstein/ Hussl nun direkt ins dänische Aarhus, wo ab Dienstag, 8. August, das WM – Testevent am Programm steht.

„Kiel war erst der Anfang. Wir sind gerade erst zurück und haben jetzt noch einige wichtige Regatten vor uns. Nach Aarhus geht es für uns zur WM. Und wir freuen uns auf die Herausforderungen, die vor uns liegen“, richtet sich der Blick von Benjamin Bildstein bereits wieder in die Zukunft.

Versöhnlicher Abschluss

Mit einem Lächeln im Gesicht verabschieden sich Thomas Zajac und Barbara Matz aus Kiel. Mit einem zweiten Platz im der einzigen Wettfahrt in ihrem Feld sorgte das Foiling Nacra 17 Duo für eine kleine Überraschung zum Ende der Europameisterschaft.

„Heute hat der Speed gepasst, wir sind mit dem vielen Wind gut zu Recht gekommen. Das ist ein versöhnlicher Abschluss und gibt uns neue Energie für den bevorstehenden Testevent in Aarhus. Wir freuen uns drauf, das Boot noch besser kennenzulernen und uns weiterzuentwickeln. Das ist ein spannender Prozess,“ so das Resümee von Matz.

Ähnlich sieht es Georg Fundak: „Zajac/ Matz sind heut gut gesegelt und haben ihre Fehler ordentlich korrigiert. Natürlich haben wir noch einen weiten Weg vor uns, um alle Besonderheiten des Boots zu kennen und das Foilen auszubauen. Aber der Vorsprung jener Teams, die schon länger auf den neuen Booten trainiert, wird schrumpfen. Ich bin überzeugt davon, dass wir bis Anfang nächsten Jahres zum Weltcup in Miami ein großes Stück weiter sein werden. Die Einstellung von Thomas und Barbara ist vorbildhaft und sie arbeiten zielorientiert. Aarhus wird jetzt ein wichtiger Test, die WM im Anschluss wird noch keine aussagekräftigen Ergebnisse liefern, aber wir werden das Beste daraus machen.“

Ebenfalls in Kiel in der 49er FX Klasse am Start waren Angelika Kohlendorfer mit Ersatzvorschoterin Laura Schöfegger und das OeSV – Nachwuchsmannschaft Keanu Prettner und Niklas Haberl. 

Endstand Foiling Nacra17, 49er & 49erFX Europeans 2017, Kiel, 4. August 2017

 49er FX

1. Tina Lutz/ Susann Beucke (GER)- 50,5 Punkte

31. Tanja Frank/ Lorena Abicht (AUT) - 84 Punkte

       (1,5/(21)/8/6,5/3,5/1,5/9/5/9/1/12/(22)/10/8/9)

50. Angelika Kohlendorfer/ Laura Schöfegger (AUT) – 96 Punkte

55. Keanu Prettner/ Niklas Haberl (AUT) – 109,5 Punkte

49er  

1.Dylan Fletcher-Scott/ Stuart Bithell (GB) – 42,5 Punkte

5.Benjamin Bildstein/ David Hussl (AUT) - 53 Punkte

(0,5/0,5/2/2/1,5/4/4/2,5/(25)/5/(13)/9/5/8/9)

Foiling Nacra17

1. Ruggero Tita/ Caterina Banti (ITA) – 61 Punkte

12. Thomas Zajac/ Barbara Matz (AUT) -  134 Punkte

(9/11/6/13/(18)/16/11/14/11/16/15/10/2)